Jahr: 2010 (Seite 2 von 2)

Kwok Pui-Lan (1996), Interpretation als Dialog, Luzern.

Ausgehend von den Erfahrungen vieler asiatischen Frauengruppen entwickelt die aus Hongkong stammende Theologin Kwok Pui-Lan eine dialogische Hermeneutik. Diese Hermeneutik nimmt die multireligiöse Lenbenswirklichkeit asiatischer HörerInnen der Bibel ernst und orientiert sich an Modellen Bakhtins, die die Vielstimmigkeit jeden Textes stark machen. So wird ein Raum geschaffen für ein neues Verständnis von Mündlichkeit und zahlreiche Gegen-Stimmen bei der Auslegung der Bibel. Als ein redendes Beispiel ihrer Hermeneutik taucht eine Bibelstudie zur Geschichte der Syrophönizierin aus Lk. 7 und Mt. 15 auf, die auf eine postkoloniale Lesart abzielt und versucht die Diskurse von Sexismus, Kolonialismus und Anti-Judaismus aufzubrechen.

R.S. Sugirtharajah (2002), Postcolonial Criticism and Biblical Interpretation, New York.

In diesem Buch versucht der Neutestamentler Sugirtharajah eine Grundlegung einer postkolonialen Theologie. Er gibt einen Forschungsüberblick über die Anfänge postkolonialer Theorie und zeigt auf, wie diese theologisch aufgegiffen worden ist. Dabei unterscheidet er innerhalb der postkolonialen Theologien in verschiedene Lesestrategien und Herangehensweisen wie etwa dissident reading oder liberationist reading. Sugirtharajah gibt drei Beispiele, wo postkoloniale Theologien eine Bereicherung sein können: 1. Um den kolonialen Kontext vieler Texte besser verstehen zu können; 2. Um den Einfluss der englischen Standardübersetzung der Bibel einschätzen zu können und Übersetzungen kritisch einzuordnen; 3. Um der heutigen Diaspora-Situation vieler ExegetInnen gerecht werden zu können. Besonders lesenswert ist der klare Abschnitt über die Verbindungen von postkolonialen Theologien und Befreiungstheologie (S.103-123).

Gramsci, Antonio (1996), Selections from the Prison Notebooks,

Antonio Gramsci war ein italienischer Marxist und lebte von 1891 bis 1937.
In seinen Gefängnistagebüchern entwickelt Gramsci unter anderem zwei Konzepte, die für postkoloniale Theorien von entscheidender Bedeutung sind. Dies ist das Konzept kultureller Hegemonie, das besagt, dass es keinen unmittelbaren Zwang einer unterdrückerischen Großmacht braucht, sondern der Arm eines „empire“ über die Kultur bis in die kleinsten Dörfer reicht. Die Analyse der italienischen Gesellschaft durch Gramsci anhand von vier verschiedenen Kategorien wurde von der Subaltern Study Group in Indien aufgegriffen und verfeinert. Die Theorie Gramscis bildet jedoch die theoretische Grundlage für alle Rede von Subalternen.

Linksammlung

Für eine bessere Übersichtlichkeit, gibt es nun die Möglichkeit die Links in verschiedene Unterabteilungen zu ordnen. meine Ordnung ist erst einmal ein Vorschlag, nehmt gerne Veränderungen vor und fügt neue Links ein. Wie das funktioniert, steht, wie immer in den Hinweisen/Hilfen zur homepage

“Amos – Sammeln!”
Das Wendland als Ort theologischer Einsichten

Aufwachen mit eiskalten Füßen, Scheinwerfer der Polizeikräfte, die das Camp ausleuchten, Zusammenrücken an den Feuertonnen: Eindrücke der frühen Morgenstunden am Sonntag, den 7. November 2010. Dann das Signal zum Aufbruch. Ein Zug mit ungefähr 2000 Menschen macht sich auf den Weg. Er führt über Waldwege, durch Unterholz und an Äckern vorbei. Die idyllische Situation im Morgengrauen wirkt beinahe surreal. Einige Zeit später schlägt sie in harte Realität um. Schwer bewaffnete Polizist_Innen und zielstrebige Demonstrierende stehen sich vor den Gleisen im Wendland gegenüber. (weiterlesen)

Berichte von der oikotree-Tagung

Vom 31.10. bis zum 5.11. fand in Arnoldshain bei Frankfurt das oikotree-Global Forum statt. Unter der neuen Rubrik der internationalen Vernetzung geht es zu einem Bericht von der Tagung, sowie zu einer Reihe von Positionspapieren, Vorträgen und Interviews, die in den nächsten Tagen noch vervollständigt werden.

Nächstes Treffen des Netzwerkes

Nun steht der Termin des nächsten Treffens des Netzwerkes fest. Wir treffen uns von 4.-6. März in Marburg um über unser Selbstverständnis und Strukturen des Netzwerkes (u.a.) zu diskutieren.

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