Monat: September 2011

Johann Baptist Metz (2005), Memoria Passionis, Freiburg.

In diesem neueren Buch fasst Metz seine Gedankengänge rund um das Konzept der “gefährlichen erinnerung” noch einmal zusammen. Ausgehend von einer Theologie nach Auschwitz führt er in die “arme Sprache des Gebets” und die Tradition der negativen Theologie ein. Metz führt aus, warum der Geist des Hellenismus zu einer Veränderung der Gottesrede und der theologie geführt hat und macht deutlich, wie eine Theologie, die sich am Gott der jüdischen Geschichte orientiert, gerade für aktuelle Auseinandersetzungen hilfreich wird. Das Buch ist sowohl als Einleitung in die politische Theologie als auch als Vertiefung gut geeignet.

Joseph Vogl (2010), Das Gespenst des Kapitals, Zürich.

Ausgehend von Unfähigkeit der derzeitig vorherrschenden Wirtschaftstheorie die Krisen vorauszusehen, geschweige denn zu verhindern, fordert der Autor eine theoretische Neubegründnung der Wirtschaftswissenschaften. So wie das Erdbeben von Lissabon 1755 die damals vorherrschenden metaphysischen Theodizée-Konzepte zum Einsturz gebracht hat, so müsse angesichts der umfangreichen Probleme und Krisen heute, die Oikodizée neu gedacht werden. Mit kulturwissenschaftlicher Finesse und einem Gespür für die historisch interessanten Entwicklungen legt Joseph Vogl eine Kapitalismuskritik vor, die sich gewaschen hat und gute Argumente und Argumentationshilfen an die Hand gibt. Absolut lesenswert um sprachfähig zu werden und auf Neues zu bauen angesichts wirtschaftlicher und systemischer Krisen.

Aktion gegen koloniale Straßennamen in Münster


Münster, den 18.9.11

PM: Aktion gegen koloniale Straßennamen in Münster

Münster gedenkt durch die Benennung des Lüderitz- und des Woermannweges zweien der skrupellosesten Männer der deutschen Kolonialgeschichte: Adolph Woermann und Adolf Lüderitz.

Die Stadt Münster tut dies unkritisch und ohne Blick auf die von ihnen verübten Greueltaten in den deutschen Kolonien. Genausowenig findet eine kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte statt. In der aktuellen Benennung der Straßen stellt sich Münster im Gegenteil in eine Linie mit den Akteuren rassistischer deutscher Kolonialpolitik, großdeutscher Phantasien und deren postkolonialen Folgen. Weiterlesen