Jahr: 2014

Märtyrer, verarmte Jugendliche und Papst Franziskus: Gespräch mit Weihbischof Chávez aus San Salvador

Er gilt als Friedensbotschafter auch über die Landesgrenzen hinaus, als ein Vertreter der Befreiungstheologie, als Anwalt verarmter Jugendlicher und als Verhandlungskünstler in scheinbar ausweglosen Situationen.
Wir freuen uns, Weihbischof Gregorio Rosa Chávez in Münster zu Gast zu haben. Er ist ein enger Mitarbeiter Oscar Romeros (1980 ermordet, Seligsprechung 2015) gewesen und in dessen Erzdiözese heute Weihbischof. Wir wollen ihn neben seinen Berichten über seine Arbeit an der Seite junger Menschen, zur Situation der Kirche in San Salvador befragen. Genau 25 Jahre ist es her, dass in San Salvador sechs Jesuiten und deren Mitarbeiterinnen von der Armee ermordet wurden. Unter ihnen war auch der große Befreiungstheologe Ignacio Ellacuría SJ, der bis heute die Theologie Lateinamerikas und darüber hinaus sehr beeinflusst hat. Was sind Mons. Chávez Erinnerungen an Ellacuría, wie hat er die vergangenen 25 Jahre erlebt, was sind für ihn die Aufbrüche heute in der Kirche durch Papst Franziskus und was für Impulse kann er uns für die Kirche in Deutschland mitgeben?

Freitag, 05.12.2014 um 19:30 Uhr
in der Aula der KSHG
Frauenstraße 3 – 6
48143 Münster

Moderation: Pilar Puertas (ITP) und Benedikt Kern (Befreiungstheologisches Netzwerk Münster)

KooperationspartnerInnen: Adveniat, Institut für Theologie und Politik Münster,  KSHG Münster

Befreit zum Widerstehen! Ortsgruppe Nürnberg Teil des Ökumenischen Friedensweges

Beim diesjährigen Ökumenischen Friedensweg im Rahmen der Ökumenischen Friedensdekade wird die Ortsgruppe Nürnberg die Andacht gestalten. “Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit” (2 Tim 1,6f.) Unter dem Motto ‘Befreit zum Widerstehen’ hatte die Gruppe bereits an den blockupy-Protesten Anfang Oktober teilgenommen. Den radikalen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit stellen wir nicht nur am Samstag in der Nürnberger Innenstadt in den Mittelpunkt, sondern er motiviert uns zum Widerstand gegen spalterische Institutionen wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge oder die Bundesagentur für Arbeit auf die Straße zu gehen.

Biji Rojava – Es lebe Rojava! Über den Kampf der Kurd_innen in Syrien

Seit fast drei Wochen berichten die Medien von den Kämpfen zwischen Kurden und den Terroristen des Islamischen Staates (IS) um die Stadt Kobane im Norden Syriens. Kobane gehört zu den Regionen im Norden Syriens, in denen die überwiegend kurdische Bevölkerung Selbstverwaltungsstrukturen schaffen konnten: Rojava. An deren Erhalt haben offenbar weder die Türkei noch die USA ein Interesse. Während die kurdische Regionalregierung im Nord-Irak inzwischen auch von Deutschland mit Waffen beliefert wird, müssen in Kobane die Kurd_innen mit Maschinengewehren gegen die US-Panzer kämpfen, die der IS von der irakischen Armee erbeutet hat.

Martin Glasenapp, der für die Hilfsorganisation medico international bis vor kurzem in Kobane war, berichtet auf der Informationsveranstaltung
am 13.10. ab 19.30 Uhr im Hörsaal S 8 im Schloss (Universität)

Eine Veranstaltung von: Interventionistische Linke Münster, Institut für Theologie und Politik, Befreiungstheologisches Netzwerk Münster, attac Münster

Diskussionen zu Themen bei der Sommerschule 2014

Hier schreibe ich ein paar Gedanken auf, die sich auf meinen elektronischen Brief an den Verteiler der Personen, die an der befreiungstheologischen Sommerschule 2014 teilnahmen, und auf D.s Antwort an denselben Verteiler beziehen.
Für mich ist es selbstverständlich, daß alles was ich äußere, meine persönliche subjektive Meinung ist. Aber D. meinte, dies ausdrücklich den anderen sagen zu müssen, so schien es mir jedenfalls. In dieser Antwort war sie mir offenbar auch ziemlich böse darüber, daß ich meine Ansicht über alternative Erfahrungen mit Themen der Geschlechtergerechtigkeit äußere. Wenn nur die Tatsache, daß ich meine Meinung und Erfahrung äußere, als autoritär gilt, dann fühle ich mich mundtot gemacht.
Ich glaube, daß wir alle aus unterschiedlichen Kontexten, Lebensgeschichten, politischen Geschichten, Erfahrungen kommen, und daß deshalb die Perspektive jedes Menschen verschieden ist. Trotzdem können sich diese Perspektiven auf das Ganze beziehen, auf das jeweilige “Ganze” der Theologie, der Gesellschaft, des Gender-Themas, der Wirtschaft usw. Jede der Perspektiven ist einmalig, bereichernd, aber auch begrenzt. Es ist deswegen das Beste, meine ich, wenn wir unsere jeweiligen Perspektiven austauschen und uns gegenseitig zuhören.
Ich sage immer wieder, daß ich in der DDR aufgewachsen bin, nicht weil das besser oder schlechter als andere Herkünfte wäre, sondern um meine spezifische Geschichte anzudeuten, weil mir sonst nicht anzumerken ist, daß ich ein nicht anerkannter Ausländer bin. So habe ich manche soziale und gesellschaftliche Zusammenhänge ganz anders erlebt, als es in dieser jetzigen Welt zugeht, die ich manchmal immer noch nicht verstehe.
(Zum Beispiel verstehe ich manche Tabus und Dogmen unter Linken, zu denen ich zugleich gehöre, nicht: warum sollte ich nicht einen Menschen aus einer anderen Kultur fragen dürfen, “Woher kommst du?”; nur wenn ich diese Frage stellen kann, nehme ich den anderen Menschen in seinem Anderssein und seiner Geschichte ernst. Denke ich jedenfalls.)
Und ich bin genauso stolz Befreiungstheologe zu sein wie D. es ist Feministin zu sein. Trotzdem halte ich die Reflexion für wichtig, daß innerhalb der eigenen Gruppe Herrschaftsmechanismen entstehen, um dem entgegenhalten zu können.

Daniel

“Es ist noch nicht erschienen, was wir sein werden” (1 Joh 3,2) – Befreiungstheologische Sommerschule 3.-10.8.14 auf Burg Lohra

Eine Welt, in der alle Menschen in Gerechtigkeit und in Frieden leben können, ist die zentrale Verheißung der biblischen Botschaft. Als Christ_innen sind wir daher aufgerufen, an ihrer Verwirklichung Anteil zu haben. Im Widerspruch dazu steht aber die Welt, in der wir leben: Armut und Unterdrückung, Zerstörung der Natur, Verhältnisse, die Menschen Lebensmöglichkeiten und -perspektiven rauben und vor geographischen Grenzen nicht halt machen.

Auf der befreiungstheologischen Sommerschule 2014 wollen wir eine Woche lang darüber nachdenken, wie Glaube und Politik – Kampf und Kontemplation – miteinander in Verbindung stehen. Weiterlesen

Studientag der Reihe Theologie in Bewegung denken: Option für die Armen – Option für alle? (10. Mai, 10-18 Uhr)

Studientag am Samstag, 10.05.2014 10-18 Uhr im Institut für Theologie und Politik, Münster

Option für die Armen – Option für alle?

Mit Befreiungstheologie verbinden wohl die Meisten das Stichwort einer “Option für die Armen”. Diesen Begriff wollen wir beim Studientag unter die Lupe nehmen. Die getroffene Option, als existentielle Glaubensentscheidung, begrenzt die Vielzahl möglicher Handlungen auf die Notwendigen, die Not-Wendenden. So ist sie Teil und Bedingung einer befreienden, parteilichen und christlichen Praxis, die sich gegen die herrschenden Verhältnisse richtet.

Ist dann aber eine solche Option für die einen nicht ausschließend für die anderen? Weiterlesen

Veranstaltung in Münster 7. Mai, 20 Uhr. “Verbeult – verletzt – beschmutzt”: Die Kirche von Papst Franziskus. Diskussion mit Kuno Füssel

Herzliche Einladung zu einer Veranstaltung vom Befreiungstheologischen Netzwerk Münster und der KSHG:

“Verbeult – verletzt – beschmutzt”: Die Kirche von Papst Franziskus

In seinem aktuellen Lehrschreiben „Evangelii Gaudium” plädiert Papst Franziskus für eine „’verbeulte’ Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen hinausgegangen ist” statt einer „Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist”. Diese Worte haben eine besondere Brisanz, geht es hier doch um den radikalsten Reformvorschlag für die Kirche in den letzten 50 Jahren.

Aber was trauen wir dieser Reform, was trauen wir dieser Kirche überhaupt noch zu? Kommt eine solche Kirchenreform nicht Jahrzehnte zu spät? Darüber und über die möglichen Folgen des Programms des Papstes für Kirche und Gesellschaft wollen wir mit dem Befreiungstheologen Dr. Kuno Füssel, Schüler des berühmten Theologen Karl Rahner, kontrovers diskutieren.

  • Termin: Mi., 07.05. // 20.00 Uhr
  • Ort: Gemeindezentrum Liebfrauen-Überwasser, Katthagen 2 (Nähe Überwasserkirche)

Studientag der Reihe Theologie in Bewegung denken: „Befreiungstheologische Praxis in der Krise“

Von Bonhoeffer über Metz und Sölle zur Intervention der politischen Theologie in der Vielfachkrise

Das Befreiungstheologische Netzwerk Münster hat mit dem Institut für Theologie und Politik (ITP) am 15.02.14 einen Studientag veranstaltet mit dem doppeldeutigen Thema „Befreiungstheologische Praxis in der Krise“. Dieser Studientag war Teil der Reihe Theologie in Bewegung denken und schloss thematisch an den Studientag von November 2013 zur Theologie Bonhoeffers an. Weiterlesen

Theologie in Bewegung denken: Befreiungstheologische Praxis in der Krise

Befreiungstheologische Praxis in der Krise

Studientag am Samstag, 15.02.2014 10-18 Uhr im Institut für Theologie und Politik/ Münster in Kooperation mit dem Befreiungstheologischen Netzwerk Münster

Bei diesem Studientag der Reihe Theologie in Bewegung denken wollen wir an die Überlegungen zur Diesseitigkeit des Christentums bei Dietrich Bonhoeffer anschließen. Davon ausgehend fragen wir nach der Bedeutung der Neuen Politischen Theologie und der Befreiungstheologie für unsere von der Situation der Krise geprägte Gegenwart. Weiterlesen

“Branntwein, Bibel und Bananen. Der Versuch einer postkolonialen Sichtweise auf Theologie.”

Einladung zum feministischen Studientag in Marburg:
Mittwoch, 22. Januar 2014, ab 14 Uhr s.t.

Ort: Alte Uni, Lahntor 3, 35037 Marburg
eingeschränkt barrierefreier Zugang

“Postkolonial” – was soll das denn jetzt schon wieder?
Wer unsere Zeit als “postkolonial” bezeichnet, spricht gleichzeitig von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Weiterlesen