Als befreiungstheologisches Netzwerk haben wir uns an den Blockupy-Aktionstagen im Mai 2012 beteiligt. Zusammen mit 1000en anderen Menschen haben wir unseren Widerstand gegen eine rassistische und autoritäre Krisenpolitik auf die Straße getragen.

Der Behauptung, Bewegungsfreiheit müsse nicht für jeden Menschen gleich durchsetzbar sein, haben wir widersprochen.

Der Behauptung, im Abbau demokratischer Rechte liege eine Stärke im Umgang mit der derzeitigen kapitalistischen Krise, haben wir widersprochen.

Der Behauptung, Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wohnen, Gesundheit und Bildung seien nicht für jeden einzelnen Menschen auf der Erde finanzierbar, haben wir widersprochen.

Der Behauptung, es gelte, unseren Wohlstand und Frieden mittels Krieg zu sichern, haben wir widersprochen.

Der Behauptung, es lohne sich, ein auf Ausbeutung basierendes Wirtschaftssystem zu „retten“, haben wir widersprochen.

Dass wir das im Rahmen öffentlicher Versammlungen in der Frankfurter Innenstadt tun, wurde massiv zu verhindern versucht: von der Stadt Frankfurt, die zahlreiche Veranstaltungen verbot und von einem riesigen Polizeiaufgebot, das uns gewaltsam aus dem öffentlichen Raum verdrängte indem wir eingekesselt und in Gewahrsam genommen wurden.

Uns ist bewusst, dass solche Maßnahmen keine bloße Reaktion auf unsere Aktionen darstellen, sondern ein ganz eigenes Mittel der Politik sind: eines, das einschüchternde Bilder schaffen soll, um unseren Widerstand zu delegitimieren und ihm die Unterstützung zu entziehen– wir nennen so etwas Kriminalisierung.

Diese Einschüchterungsversuche gehen weiter: viele derer, die während der Blockupy-Aktionstage ihr Recht durchgesetzt haben, sich zu versammeln, sind mit Bußgeldern belegt worden. Das betrifft auch einzelne unseres Netzwerks – und damit betrifft es uns als Gemeinschaft.

Es bleibt dabei: Wir widersprechen!

Gegen die Bußgelder haben wir Widerspruch eingelegt. Sie sollen uns zu einer Ordnung rufen, die staatliche Gewalt anstelle gesellschaftlicher Solidarität zum Ziel hat. Diese Ordnung erfährt Stärkung durch den Abbau demokratischer Rechte und den Ausbau von autoritärer Krisenpolitik durch die EZB, die EU (nicht zuletzt unter Führung der BRD) und den IWF. Wir erkennen darin die Zerstörung der Lebensgrundlagen des weitaus größten Teils der Menschheit.

Aus der Perspektive einer gerechten Welt G*ttes, die gleichzeitig unsere Hoffnung ist, möchten wir dieser Ordnung so viele Widrigkeiten wie möglich bereiten. Die gerechte Welt G*ttes ist nichts, worauf wir uns vertrösten lassen. Sie ist erst recht nichts, was den Grad des Menschsseins abhängig von Bildungs- und Vermögensstand, von Ethnie, Geschlecht und Sexualität, von Religions- und Staatsangehörigkeit bestimmt und, wie die Politik der EZB, der EU und des IWF, (nicht nur) an den aufgerüsteten EU-Außengrenzen über Leichen geht.

Let’s do it again – 31.05. bis 01.06.2013 Blockupy Frankfurt!

Entegegen dieser Politik wollen wir uns weiter solidarisch zeigen: mit den Menschen, denen Grenzen dichtgemacht, Gesundheits-, Bildungs- und Sozialsysteme kaputtgespart und Wohnraum genommen wird. Wir fühlen uns ermutigt von ihrem Widerstand. Auch in diesem Jahr werden wir uns wieder an den Blockupy-Aktionstagen beteiligen.

Über Unterstützung für unsere von den Bußgeldverfahren betroffene Mitstreiter_innen freuen wir uns! Um mögliche rechtliche Schritte zu finanzieren und niemanden allein auf einem Bußgeld sitzen zu lassen, gibt es ein Spendenkonto:

Institut für Theologie und Politik                                                                                 Verwendungszweck: Solidarität                                                                                                    Kto.Nr.: 15 108 700
DKM Münster (BLZ 400 602 65)
Für Auslandsüberweisungen:
BIC: GENODEM1DKM
IBAN: DE71400602650015108700

Informationen zu Veranstaltungen und Unterstützungsmöglichkeiten Blockupy: http://blockupy-frankfurt.org

Links zum Umgang mit Bußgeldern u.Ä.:                                                                       Ermittlungs-Ausschuss Frankfurt: http://ea-frankfurt.org/ Rote Hilfe Frankfurt: http://rhffm.blogsport.eu/

Wie stelle ich einen Unterstützungsantrag bei der Roten Hilfe?

Was tun wenn’s brennt? Rechtshilfetipps der Roten Hilfe

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Bitte sagen Sie jetzt nichts. Broschüre der Roten Hilfe zu Aussageverweigerung und Verhörmethoden