Von Bonhoeffer über Metz und Sölle zur Intervention der politischen Theologie in der Vielfachkrise

Das Befreiungstheologische Netzwerk Münster hat mit dem Institut für Theologie und Politik (ITP) am 15.02.14 einen Studientag veranstaltet mit dem doppeldeutigen Thema „Befreiungstheologische Praxis in der Krise“. Dieser Studientag war Teil der Reihe Theologie in Bewegung denken und schloss thematisch an den Studientag von November 2013 zur Theologie Bonhoeffers an.

Ausgehend von Bonhoeffers Begriff der radikalen Diesseitigkeit in Zusammenhang mit widerständiger Praxis von Kirche in der Nachfolge, wurden die Grundlagen der Neuen Politischen Theologie erarbeitet. Anhand von Sölles Ansatz, aufgrund der Exoduserinnerung die Veränderung der Verhältnisse zu suchen und der Metz’schen Perspektive auf das immer interessengesteuerte (und somit nie unpolitische) Theologietreiben, wurde unter den Teilnehmenden diskutiert, was eine christliche Praxis der Nachfolge im Kontext der gegenwärtigen Krisen unserer herrschenden zugespitzten Verhältnisse bedeutet. J.B. Metz, der sich zum Abschluss des Tages zum Gespräch bereiterklärt hatte, unterstrich den Blick auf den Primat der Praxis gegenüber der Theorie, die Verzeitlichung der Welt in der Apokalyptik und die Notwenigkeit, Wahrheit zu erstreiten, um die gesellschaftlichen Verhältnisse in Unterbrechung zum Gegenwärtigen solidarisch zu transformieren. Die Fülle der Fragestellungen, die um das Thema der befreienden Praxis angesichts der Krise aufgeworfen wurden, sollen weiterhin präsent gehalten und aufgegriffen werden.

Hierzu bietet sich die nächste Befreiungstheologische Sommerschule (3.-10.08.2014) an, zu der wir herzlich einladen.

Infos gibt es auch unter: befreiungstheologie_ms[at]yahoo.de und www.itpol.de