Ein Bericht für alle Menschen, die leider nicht teilnehmen konnten oder die Arbeit gerne mitverfolgen möchten.

In einer Gruppe von ungefähr 35 großen und kleinen Menschen aus verschiedenen Städten Deutschlands hat uns die ESG Nürnberg und die Jugendkirche LUX in Nürnberg für ein Wochenende beherbergt. Mit vielen alt bekannten und genau so vielen neuen Gesichtern stand das Frühjahrstreffen unter dem Motto “Hoffnungslosigkeit ist ein Luxusgut der Reichen”.

Nebst leckerster Verpflegung und gemütlichen Abendrunden im Sitzsack mit Wein oder alternativ Tanz zu Sookee und Grease, ist auch inhaltlich einiges passiert.

Einige von uns konnten am Freitagabend einer Einladung in den “Lola”, der Basisgemeinde Lorenzer Laden (lorenzerladen.mws3.de) zu einem Gottesdienst folgen und damit das Wochenende einläuten. Für den Rest ging es inhaltlich am Samstag morgen mit einem Workshop zu Aktivismus und Spiritualität los. Auf einer Demonstration gegen die Titulierung Afghanistans als sicheres Herkunftsland konnten wir gemeinsam Befreiungstheologie praktisch machen. Aktivismus und Spiritualität dann verbinden, während wir singend und rufend mitliefen: “Abschiebung – Scheiße!, Duldung – Scheiße!”. Die Demo endete mit einer Kundgebung vor der Kulisse des BAMF Nürnbergs auf der einen Straßenseite und einer Unterkunft für Geflüchtete auf der anderen Straßenseite. Bis spät in den Abend stellten wir die Dynamik der Demo mit einer Methode des Psychodramas nach, um sensibler für die Gruppierungen und Möglichkeiten des Aufeinanderzugehens zu sein.

Parallel zur Demo fanden zwei weitere Workshops statt. In dem einen ging es um Fragen von Utopie, angeleitet durch eine Traumreise, in dem anderen ging es Anhand der Theologie der Revolution (Richard Shaul) um Begriffsklärungen und Diskussionen zu Transformation und Revolution. Samstag Abend veranstaltete das selbstverwaltete Zentrum Desi Nürnberg (www.desi-nbg.de) die Soliparty “Rave against Abschiebung”, zu der einige aufbrachen.

Statt Sonntagsgottesdienst befasste sich ein Workshop mit dem Thema “Politisch Predigen”. Was ist das Ziel einer politischen Predigt? Wie soll sie sein? Welche Rolle haben wir als Sprechende – Prophet*in, Seelsorger*in oder andere? Hier bestärkten wir vor allem die Notwendigkeit der richtigen Methoden, die bereits inklusiv und hierarchiefrei sein können und widersprachen dem vermeintlichen Gegenüberstehen von seelsorgerisch und prophetisch sein. Weitere Fragen waren, wie marginalisierte Menschen in einer Predigt nicht weiter objektiviert werden, sondern als Subjekte auferstehen können.

An unseren Gedanken über den Workshop “Wofür arbeiten wir – für das Reich Gottes oder den Ruhestand?” wollen wir beim Herbsttreffen dranbleiben. Angestoßen haben wir hier Gedanken zu Lohnarbeit im Allgemeinen, Klassismus, Lohngerechtigkeit, Finanzkollektiven oder Alimentation im Pfarrberuf. Interessant war, dass für viele das Thema persönlich wichtig ist (z.B. Entscheidung Vikariat/ Refrendariat oder nicht), aber es eine große Hürde war in einer Gruppe darüber zu sprechen. So unabgeschlossen, wie dieser Workshop in unseren Köpfen geendet hat, so beherzt werden wir nächstes Mal weiterdiskutieren.

 

Einen wichtigen Teil des Netzwerkstreffens bildet die Vernetzungsarbeit für verschiedene Aktionen, die über das Jahr laufen. Die Aktionsgruppen befassen sich mit:

  1. Evangelischer Kirchentag in Berlin-Wittenberg im Mai 2017: Die AfD wurde dorthin eingeladen und eine Aktionsgruppe beschäftigt sich mit einer Reaktion darauf.
  2. In Hamburg findet eine Aktionswoche zum G20 Gipfel vom 3.-8.7. statt. Am 7. und 8. Juli finden die Hauptdemos statt. Es gibt Menschen aus dem BTN die dort sein werden, ob eine gemeinsame Bezugsgruppe entsteht ist noch unklar. Bei Interesse über den Verteiler schreiben. Es gibt aber die Idee ein politisches Nachtgebet zu organisieren und es wird der Kontakt mit einer Gemeinde in Hamburg gesucht.

Einen Überblick zu den Protesten gibt es hier: https://www.g20-hamburg.mobi/

  1. Ende Gelände veranstaltet dieses Jahr 2 große Aktionen: 24.-29.8.2017 Klimacamp im Rheinland und im November Aktionstage parallel zum UN-Klimagipfel in Bonn. Menschen, die zum Klimacamp fahren, können sich gerne im BTN koordinieren und zusammentun.

Mehr Infos: https://www.ende-gelaende.org/en/

  1. Aufruf an alle Theologiestudierenden sich im Studierendenrat Evangelische Theologie (SETh) zu engagieren um die Diskussion um Diskriminierung und Intersektionalität dort mitzugestalten. Der SETh tagt 9.-11.6. in Rostock.

 

Das kommende Herbsttreffen des BTNs findet in Berlin statt. Dafür werden rechtzeitig Einladungen verschickt und alle Interessierten sind sehr herzlich eingeladen zu kommen.

Bei Fragen zum Bericht oder wenn ihr Interesse habt am Projekt Befreiungstheologisches Netzwerk mitzuarbeiten, meldet euch doch über die Homepage: www.befreiungstheologisches-netzwerk.de