Das Gründungstreffen in Tübingen

Am Reformationstag 2010 in Tübingen

Am Reformationstag 2009 startete in Tübingen das Befreiungstheologische Netzwerk. Anfangs unter dem Namen „Junges Befreiungstheologisches Netzwerk“ taten sich Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen, um gemeinsam einen neuen, erfrischenden Weg jenseits der akademischen Theologie einzuschlagen. Eine befreiungstheologische Tagung in Tübingen bot die Gelegenheit, eine größere Anzahl von befreiungstheologisch Interessierten zu versammeln. Wir glauben, dass die Befreiungstheologie nach wie vor relevante Perspektiven eröffnet. Weil an vielen Orten Menschen sich dafür interessieren, die alleine wenig erreichen können, haben wir uns in einem Netzwerk zusammengeschlossen. Befreiungstheologische Ansätze, wie etwa die Option für die Armen und die Einheit von Glaube und Praxis sind für uns nicht nur ein bloßes Objekt der Erinnerungskultur, sondern ein wichtiger und dringender Ausgangspunkt für die heutige Theologie. Für eine widerständige und engagierte Theologie in Auseinandersetzung mit politischen, ökonomischen, kulturellen und geschlechtsspezifischen Formen der Unterdrückung.
In mehreren Städten entstanden in der Folgezeit Ortsgruppen und Lesekreise, die sich auf ganz unterschiedliche und bunte Arten mit der Theologie der Befreiung auseinandersetzen.

Was einige von uns verbindet, sind Auslandserfahrungen, bei denen wir andere und ungewohnte Zugänge zu theologischen Fragestellungen kennengelernt haben. Eine Theologie, die uns in einem anderen Kontext mitgerissen hat und die es nun hier zu entwickeln, weiterzudenken und auf die eigene Lebensrealität anzuwenden gilt.

Andere Erfahrungen die wir in die Theologie einbringen wollen, sind die Mitarbeit in politischen Bewegungen oder einfach das Einmischen in gesellschaftliche Auseinandersetzungen. Das heißt, dass wir auch in unseren Kontexten uns auf die Suche nach Theologien, Persönlichkeiten und Bewegungen machen wollen, die sich dies schon zur Aufgabe gemacht haben.
Ein weiteres größeres Treffen gab es dann wieder auf dem Kirchentag 2010 in München, wo Kontakte zu anderen Gruppierungen und Bewegungen geknüpft worden sind und die Idee einer Sommeruni Gestalt annahm.

Im Sommer 2010 fand dann in Münster die Sommeruni zusammen mit dem ‘Institut für Theologie und Politik’ statt, bei der nicht nur diese Homepage gestartet worden ist, sondern auch konkrete gemeinsame Aktionen und Projekte (etwa die Beteiligung am Widerstand gegen die Castortransporte im Wendland) beschlossen worden sind.

Bei einem Treffen im Frühjahr 2011 in Marburg haben wir uns über Arbeitsweisen und Kommunikationswege ausgetauscht und ein Selbstverständnis erarbeitet. Beim Kirchentag in Dresden haben wir gemeinsam mit dem itp mehrere Veranstaltungen ausgerichtet und zudem auf dem Podium von publik forum mitdiskutiert.