Vom 31.10. bis 5.11.2010 fand in Arnoldshain das Oikotree Global Forum statt.
Unser Netzwerk war eine von mehreren vertretenen Gruppen.

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Montag

Was ist Oikotree?

Die Vision von Oikotree und der Name stammen aus Offenbarung 22. Dort ist die Rede von einem Baum, dessen Blätter alle Völker heilen. Verschiedene ökumenische Institutionen haben sich das Ziel gesetzt, den ökumenischen Prozess wieder stärker nach seinen Wurzeln von Gerechtigkeit in allen Belangen des Lebens auszurichten und zugleich in einen intensiveren Kontakt mit sozialen Bewegungen zu treten, die auf der Graswurzelebene die Auswirkungen der neo-liberalen Globalisierung bekämpfen. Die Hauptantriebskraft hinter Oikotree ist es, das Bekenntnis von Accra in den Kirchen zu leben. Mit dem Bekenntnis von Accra (englisch / deutsch), das vom Reformierten Weltbund 2004 verabschiedet wurde, halten die Kirchen fest, dass das derzeitige Weltwirtschaftssystem mit seiner fortschreitenden Ausbeutung aller natürlichen und menschlichen Ressourcen im Widerspruch zu zentralen Überzeugungen des christlichen Glaubens steht.

Wie sind wir dazu gekommen? Wer hat uns eingeladen?

Oikotree besteht aus verschiedenen Bewegungen und kirchlichen Organisationen. Über den Kontakt zu Kairos Europa, das auch ein Gründungsmitglied ist, wurden wir eingeladen, an der Tagung teilzunehmen. Wir haben unsere Erfahrungen aus dem Bildungsstreik mit den anderen TeilnehmerInnen geteilt und wurden darin ermutigt für eine politisch engagierte  Theologie einzutreten. Als eine Ursache für das Erlahmen des ökumenischen Prozesses wurde von Allen die derzeitig vorherrschende Theologie ausgemacht.

Was ist bei der Tagung gelaufen?

Wie bereits erwähnt, zielt die Oikotree Bewegung hauptsächlich darauf, das ökumenische Feuer wieder anzufachen und sich an Gerechtigkeit auszurichten. Deswegen ging es auch viel um die großen ökumenischen Institutionen und eine Einschätzung der derzeitigen Lage, der Möglichkeiten und Aufgaben und Rolle von Oikotree. Dabei soll Oikotree weltweit glaubensorientierte Gruppen vernetzen und auch für Bewegungen ohne dezidierten Glaubenshintergrund anschlussfähig sein. Ein weiteres großes Ziel ist es, die herrschenden konservativen Theologien zu demaskieren und transformieren, um gemäß der biblischen Botschaft die Kirchen zur Kirchen für die Armen zu verwandeln, die für die Gerechtigkeit in dieser Welt mutig eintreten. In diesem Sinne wurde um eine gemeinsame theologische Sprache nachgedacht und gerungen. An dieser Stelle sei auf das Abschlussdokument verwiesen, das Ergebnis von langen Gesprächen und Diskussionen aller Teilnehmenden ist.

Es wurde auch versucht über konkrete Arbeitsgruppen, Strukturen und Aufgaben zu diskutieren. Doch war die Zeit für diesen Teil zu kurz eingeplant. Ein Anliegen aller war es, eine besser funktionierende Homepage als Kommunikations- und Arbeitsplattform zu erstellen.

Wie geht es weiter mit Oikotree?

Für Mai 2011 ist ein Workshop in Jamaika geplant, wo ein Mitglied unseres Netzwerkes eingeladen wurde. Ansonsten sind für die kommenden Jahre weitere internationale Treffen in Planung. Die Frage nach geeigneten Arbeitsstrukturen ist wohl die Frage, die über die Auswirkung der Bewegung entscheiden wird. Wird es möglich sein, wirklich etwas zu verändern? Für die Antwort sind alle Teilnehmenden persönlich und ihre Organisationen gefragt.

Die spannende Frage bleibt aber: Was ist unser Platz innerhalb von Oikotree? Und was können wir bewirken?

In diesen Tagen haben wir vor allem viel zugeschaut und gelernt: Die Prozesse ökumenischen Dialogs, das Hadern um einen Konsens, die vielfältigen Hintergründe, aus denen die Teilnehmenden kamen und arbeiten usw. Wir haben uns aber auch mit unserem Engagement und provokativen Fragen eingebracht. Gerade im Bezug auf die Transformation der Theologie können wir, die noch studieren, viel bewegen und wir haben bereits damit begonnen, indem wir z.B. bei der Sommerschule über alternative theologische Modelle diskutiert und gelernt haben. Im weiteren Gespräch finden wir sicher unseren Platz und ein gemeinsames Ziel.