Schlagwort: empire

Castro Varela, M., Dhawan, N., Postkoloniale Theorie. Eine kritische Einführung

Das Buch konzentriert sich vor allem auf die ‘Heilige Dreifaltigkeit’ des Postkolonialismus: Es gibt 3 große Kapitel zu Edward Said, Gayatri Spivak und Homi Bhabha. Dazu eine Einleitung, die den Weg vom Kolonialimus zum Antikolonialismus und den Postkolonialen Studien nachzeichnet und etwas Klarheit in die Begrifflichkeiten bringt. Einfach geschrieben, gut verständlich, vor allem was die Einführung ins Werk der komplexen TheoretikerInnen angeht: Sehr zu empfehlen für den Einstieg in die Materie!

Literaturliste: Lateinamerikanische postkoloniale Theorie

Die Dependenztheorien, die in den 1970er Jahren die theoretische Grundlage für viele Gesellschaftsanalysen der Befreiungstheologie bildeten, werden häufig für ihre vermeintlich einseitige Gegenüberstellung von Peripherie und Zentrum kritisiert. Weniger bekannt ist, dass dependenztheoretische Ansätze unter dem Einfluss von Befreiungsphilosophie, Border Thinking, Chicana-Feminismus, Weltsystem-Theorie u.a. zu einer eigenständigen lateinamerikanischen postkolonialen Theorie weiterentwickelt wurden. Weiterlesen

R.S. Sugirtharajah (2005), The Bible and Empire, New York.

Dieses Buch versucht dem Sprichwort nachzugehen, dass die Bibel und das Gewehr stets gleichzeitig in kolonisierte Länder gekommen sind. Anhand verschiedener Geschichten vermittelt Sugirtharajah einen Eindruck, wie die Bibel von Kolonialisten und Kolonisierten gelesen wurde und welchen Einfluss also das „empire“ auf die Bibel hatte und die Bibel auf das empire. Als Beispiel werden die europäische Leben-Jesu-Forschung und die Bücher von Rammohan Roy und Thomas Jefferson zum gleichen Thema verglichen; die Veränderung in der Bibelexegese britischer Pfarrer als Reaktion auf indische Aufstände um 1857 aber auch die Versuche von Missionaren die Bibel zum Schutz von Eingeborenen in Stellung zu bringen (u.a.) gebracht.

R.S. Sugirtharajah (2002), Postcolonial Criticism and Biblical Interpretation, New York.

In diesem Buch versucht der Neutestamentler Sugirtharajah eine Grundlegung einer postkolonialen Theologie. Er gibt einen Forschungsüberblick über die Anfänge postkolonialer Theorie und zeigt auf, wie diese theologisch aufgegiffen worden ist. Dabei unterscheidet er innerhalb der postkolonialen Theologien in verschiedene Lesestrategien und Herangehensweisen wie etwa dissident reading oder liberationist reading. Sugirtharajah gibt drei Beispiele, wo postkoloniale Theologien eine Bereicherung sein können: 1. Um den kolonialen Kontext vieler Texte besser verstehen zu können; 2. Um den Einfluss der englischen Standardübersetzung der Bibel einschätzen zu können und Übersetzungen kritisch einzuordnen; 3. Um der heutigen Diaspora-Situation vieler ExegetInnen gerecht werden zu können. Besonders lesenswert ist der klare Abschnitt über die Verbindungen von postkolonialen Theologien und Befreiungstheologie (S.103-123).