Schlagwort: Feminismus

Sehr geehrter Herr Gauck,

lesen Sie bitte weiter, um zu erfahren, warum wir Ihnen nicht schreiben und warum wir (feministische) Parteilichkeit für angebrachter halten als Ihre scheinbar lockere Moral.

Wir nehmen dabei Bezug auf Ihr Interview im Spiegel, auf das auf Spiegel Online am 3. März 2013 hingewiesen wurde (hier nachzulesen).

Als Befreiungstheologisches Netzwerk, dem evangelische und katholische Theologiestudierende, Vikare, Refrendar_innen, Promovend_innen, akademische und nichtakademische befreiungstheologisch interessierte Menschen angehören, sind wir wütend über Ihre Äußerungen. Sie greifen uns als Feminist_innen und profeministisch arbeitende Theolog_innen an.

Indem Sie sagten: “Wenn so ein Tugendfuror herrscht, bin ich weniger moralisch, als man es von mir als ehemaligem Pfarrer vielleicht erwarten würde“, benutzten Sie Ihre Rolle als ehemaliger Pfarrer zur Verharmlosung von sexuellen Übergriffen und andern Formen sexualisierter Gewalt.

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Hintergründe zur Diskussion um Vergewaltigung in Indien

Seit am 16. Dezember eine 23-jährige indische Studentin vergewaltigt worden ist und anschließend in Singapur ihren Verletzungen erlag wird viel berichtet und geschrieben über die Stellung der Frau in der indischen Gesellschaft und den Kampf gegen Vergewaltigung.
Der Blog nalaikke Blog berichtet über die soziale Dimension der Diskussion und bietet Statements von Aktivistinnen, die eine feministische Analyse bieten und auch die sozialen Bezüge nicht außer Acht lassen.

Interview mit Musa Dube

Musa Dube

Neu in losgehen: ein Interview mit Musa Dube, einer Bibelwissenschaftlerin aus Botswana und prominente Vertreterin einer postkolonialen feministischen Theologie.

Literaturliste: Lateinamerikanische postkoloniale Theorie

Die Dependenztheorien, die in den 1970er Jahren die theoretische Grundlage für viele Gesellschaftsanalysen der Befreiungstheologie bildeten, werden häufig für ihre vermeintlich einseitige Gegenüberstellung von Peripherie und Zentrum kritisiert. Weniger bekannt ist, dass dependenztheoretische Ansätze unter dem Einfluss von Befreiungsphilosophie, Border Thinking, Chicana-Feminismus, Weltsystem-Theorie u.a. zu einer eigenständigen lateinamerikanischen postkolonialen Theorie weiterentwickelt wurden. Weiterlesen

strong>Laura Donaldson & Kwok Pui-Lan (Hg.) (2002), Postcolonialism, Feminism & Religious Discourse, New York.

Dieser Aufsatzband ist in zwei Teile unterteilt. In einem ersten Teil nehmen sich die Autorinnen den klassischen Feminismus zur Brust, den sie aus verschiedenen Richtungen mit den Mitteln einer postkolonialen Kritik in Frage stellen. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Verquickung des vorwiegend weißen und europäischen Feminismus mit Eroberung und Kolonialismus, Abwertung der indigenen Kulturen und religiöser und rassistischer Vorurteile. In einem zweiten Teil setzen die Autorinnen dem mainstream Feminismus unbekanntere Geschichten und Traditionen entgegen, die dazu einladen Feminismus neu zu denken und aus einer interreligiösen und vielschichtigen Warte wahrzunehmen.

Ania Loomba (2005), Colonialism/Postcolonialism, New York.

In dieser Einführung in postkoloniale Theorie beschäftigt sich Ania Loomba mit den Basisfragen der Abgrenzung von Kolonialismus und Postkolonialismus und untersucht die Produktion und Verwertung von Wissen in den unterschiedlichen Kontexten. Nach einer derart vorgenommenen Situierung nimmt sich Loomba die Frage nach Identität vor, die sie als eine Kernfrage der postkolonialen Theorie kennzeichnet und anschließend im Bezug auf die Herstellung von Differenz, den Zusammenhang von Kaste, Rasse und gender, sowie Hybridität untersucht. In einem kurzen Abriss zum Schluss gibt sie einen Ausblick auf die Zukunft postkolonialer Theorie und ihren Nutzen in aktuellen Debatten.