Schlagwort: Option für die Armen

Klimapilgern von Nürnberg nach Würzburg

Unter dem Motto ‘Geht doch!’ sind derzeit ökumenische Pilgerzüge aus verschiedenen Teilen Europas auf dem Weg nach Paris, um im Vorfeld des UN-Klimagipfels ein Zeichen christlicher Basisgruppen und Kirchen für das Ziel der Klimagerechtigkeit zu setzen. Die Gruppen verpflichten sich, einen solidarischen und nachhaltigen Lebensstil einzuüben und treffen sich mit Aktivist*innen und engagierten Gruppen am Weg der Strecke.
Mehr infos zu der Organisation des Klimapilgerns finden sich hier.

Die ESG Nürnberg, die christliche Basisgemeinde des Lorenzer Ladens und das Befreiungstheologische Netzwerk Nürnberg veranstalten einen Teil des Südzubringers. Wir starten am 31. Oktober um 5 vor 12 und werden einen 5tägigen Pilgerweg mit substanziellen thematischen Stationen und Gesprächspartnern verantworten.

Klimapilgern: Ablauf

Wer sich für den gesamten Weg, oder einzelne Teile anmelden will, kann das unter @. machen.

Delgado, M., Noti, O., Venetz, H.-J. (Hgg.), Blutende Hoffnung. Gustavo Gutiérrez zu Ehren, Luzern 2000

Ein Tagungsband im Anschluss an ein internationales Kolloquium an der Uni Freiburg 1999 über die Theologie von Gustavo Gutiérrez. Sein Beitrag über “Situation und Aufgaben der Theologie der Befreiung” enthält wenig Neues. Interessant sind aber die Artikel, die sich an Gutierrez abarbeiten und seine Prägung der Befreiungstheologie analysieren (Etwa: Duquoc, C., Theologie der Befreiung. Verdienste und Grenzen; Sievernich, M., Gezeiten der Befreiungstheologie; Delgado, M., ‘Blutende Hoffnung’) Der Band ist auch interessant im Hinblick auf Befreiungstheologie in Europa (Gibellini, R., Auseinandersetzung zwischen der Theologie des Nordens und der Theologie des Südens; Brieskorn, N., Theologie der Befreiung und Menschenrechte).

Fernando Castillo (2000), Evangelium, Kultur und Identität, Luzern.

Der Untertitel „Stationen und Themen eines befreiungstheologischen Diskurses“ bringt das Anliegen des Buches gut zur Geltung. Anhand ausgewählter Aufsätze des chilenischen Theologen Fernando Castillo soll exemplarisch das Bild der reichen Tradition der südamerikanischen Befreiungstheologie entfaltet werden. Castillo ist Theologe und Soziologe und gibt Auskunft über die Entwicklung der chilenischen Gesellschaft und Kirche nach dem zweiten Vatikanischen Konzil und dem Ende der Militärdiktaturen. Diese beiden Linien ziehen sich durch seine Porträts von Basisgemeinden, seine theologischen Überlegungen zu zentralen Themen der Theologie und seine Auseinandersetzung mit Kultur, Moderne und Identität.

Claudia Jahnel (Hg.) (2009), Theologie befreit. Transformationen und Rezeptionen der Lateinamerikanischen Befreiungstheologie, Erlangen.

Geht zurück auf ein Symposium von Mission EineWelt in Neuendettelsau 2008: Wie steht’s um die Befreiungstheologie heute? Wer sind heutzutage die ‘Armen’? Wie mischen die Pfingsttheologien mit und wie sehen andere mögliche Welten aus – gemeinsam verewigt als ‘Murales comunitarios’? Ein aufschlussreicher Tagungsband mit Beiträgen von Hermann Brandt, Silfredo B. Dalferth, Anne Stickel, Joao Carlos Schmidt, Gilberto Quesada Mora und anderen.

Joerg Rieger (Hg.) (2003), Opting for the Margins, New York.

Die Ränder des empires und seine Marginalisierten sind die Orte und die Subjekte der Theologie. Dieses Leitmotiv hat Joerg Rieger für dieses Buch entwickelt und es wird neben ihm noch von Kwok Pui-Lan, Gustavo Gutierrez und anderen stark gemacht. Die Themen, die von verschiedenen Autoren in den Aufsätzen behandelt werden sind dann entsprechend die Frage nach Subalternität und eine Auseinandersetzung um die Rolle der Armen in der Theologie und die Definition der „Vorrangigen Option der/für die Armen“, sowie die Neubestimmung einer Befreiungstheologie im 21. Jahrhundert. Besonders Rieger setzt sich in seinen Beiträgen mit der Postmoderne auseinander und zeigt die Hinwendung zu den Marginalisierten als Königsweg dieser Zeit auf.