Schlagwort: Postkolonialismus (Seite 1 von 2)

Aktion gegen koloniale Straßennamen in Münster


Münster, den 18.9.11

PM: Aktion gegen koloniale Straßennamen in Münster

Münster gedenkt durch die Benennung des Lüderitz- und des Woermannweges zweien der skrupellosesten Männer der deutschen Kolonialgeschichte: Adolph Woermann und Adolf Lüderitz.

Die Stadt Münster tut dies unkritisch und ohne Blick auf die von ihnen verübten Greueltaten in den deutschen Kolonien. Genausowenig findet eine kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte statt. In der aktuellen Benennung der Straßen stellt sich Münster im Gegenteil in eine Linie mit den Akteuren rassistischer deutscher Kolonialpolitik, großdeutscher Phantasien und deren postkolonialen Folgen. Weiterlesen

Interview mit Musa Dube

Musa Dube

Neu in losgehen: ein Interview mit Musa Dube, einer Bibelwissenschaftlerin aus Botswana und prominente Vertreterin einer postkolonialen feministischen Theologie.

Castro Varela, M., Dhawan, N., Postkoloniale Theorie. Eine kritische Einführung

Das Buch konzentriert sich vor allem auf die ‘Heilige Dreifaltigkeit’ des Postkolonialismus: Es gibt 3 große Kapitel zu Edward Said, Gayatri Spivak und Homi Bhabha. Dazu eine Einleitung, die den Weg vom Kolonialimus zum Antikolonialismus und den Postkolonialen Studien nachzeichnet und etwas Klarheit in die Begrifflichkeiten bringt. Einfach geschrieben, gut verständlich, vor allem was die Einführung ins Werk der komplexen TheoretikerInnen angeht: Sehr zu empfehlen für den Einstieg in die Materie!

Literaturliste: Lateinamerikanische postkoloniale Theorie

Die Dependenztheorien, die in den 1970er Jahren die theoretische Grundlage für viele Gesellschaftsanalysen der Befreiungstheologie bildeten, werden häufig für ihre vermeintlich einseitige Gegenüberstellung von Peripherie und Zentrum kritisiert. Weniger bekannt ist, dass dependenztheoretische Ansätze unter dem Einfluss von Befreiungsphilosophie, Border Thinking, Chicana-Feminismus, Weltsystem-Theorie u.a. zu einer eigenständigen lateinamerikanischen postkolonialen Theorie weiterentwickelt wurden. Weiterlesen

R. S. Sugirtharajah (Hg.)(1998), The Postcolonial Bible, Sheffield.

In diesem Sammelband wird versucht einen Einstieg in eine postkoloniale Lesart der Bibel zu geben. Sugirtharaja leitet den band mit einem orientierenden Aufsatz ein, anschließend gibt es Aufsätze von Boerund anderen über die Diskurse. Besonders gut finde ich hier den Aufsatz von Segovia, der verschiedene Ebenen einer postkolonialen Kritik voneinander unterscheidet. Anschließend gibt es Vertiefungen von Musa Dube und Horsley, die versuchen dies konkret werden zu lassen und abschließend ein großartiges Interview mit Kwok Pui-Lan über das Jesus-Kolleg und die verborgene Seite der Suche nach Jesus, sowie eine spannende Bibelstudie von Bas Wielenga. Lohnt sich, in dieses Buch mal hereinzuschauen.

strong>Laura Donaldson & Kwok Pui-Lan (Hg.) (2002), Postcolonialism, Feminism & Religious Discourse, New York.

Dieser Aufsatzband ist in zwei Teile unterteilt. In einem ersten Teil nehmen sich die Autorinnen den klassischen Feminismus zur Brust, den sie aus verschiedenen Richtungen mit den Mitteln einer postkolonialen Kritik in Frage stellen. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Verquickung des vorwiegend weißen und europäischen Feminismus mit Eroberung und Kolonialismus, Abwertung der indigenen Kulturen und religiöser und rassistischer Vorurteile. In einem zweiten Teil setzen die Autorinnen dem mainstream Feminismus unbekanntere Geschichten und Traditionen entgegen, die dazu einladen Feminismus neu zu denken und aus einer interreligiösen und vielschichtigen Warte wahrzunehmen.

Ania Loomba (2005), Colonialism/Postcolonialism, New York.

In dieser Einführung in postkoloniale Theorie beschäftigt sich Ania Loomba mit den Basisfragen der Abgrenzung von Kolonialismus und Postkolonialismus und untersucht die Produktion und Verwertung von Wissen in den unterschiedlichen Kontexten. Nach einer derart vorgenommenen Situierung nimmt sich Loomba die Frage nach Identität vor, die sie als eine Kernfrage der postkolonialen Theorie kennzeichnet und anschließend im Bezug auf die Herstellung von Differenz, den Zusammenhang von Kaste, Rasse und gender, sowie Hybridität untersucht. In einem kurzen Abriss zum Schluss gibt sie einen Ausblick auf die Zukunft postkolonialer Theorie und ihren Nutzen in aktuellen Debatten.

Roland Boer (2008), Last stop before Antarctica, Atlanta.

Eine postkoloniale Sicht auf die Bibel und Australien verspricht der Untertitel des Buches und ausserdem findet sich in dieser Aufsatzsammlung noch einiges über Marxismus, Poststrukturalismus und mehrere Einblicke in die hermeneutische Praxis des Autors. Ein Artikel, der dies besonders anschaulich macht ist der über grüne Ameisen, die Gibeoniter, B.Wongar und Josua indem Boer ausgehend von dem Unterschied zwischen Essentialismus und Nominalismus nacheinander einen postkolonialen Autor, der zwischen Serbien und den Aboriginies seine hybride Heimat hat und die Bibel, namentlich Josua 9 ins Gespräch bringt. Besonders die Auseinandersetzung mit Identitätsfestschreibungen und Essentialismen ist bestechend.

Joerg Rieger (Hg.) (2003), Opting for the Margins, New York.

Die Ränder des empires und seine Marginalisierten sind die Orte und die Subjekte der Theologie. Dieses Leitmotiv hat Joerg Rieger für dieses Buch entwickelt und es wird neben ihm noch von Kwok Pui-Lan, Gustavo Gutierrez und anderen stark gemacht. Die Themen, die von verschiedenen Autoren in den Aufsätzen behandelt werden sind dann entsprechend die Frage nach Subalternität und eine Auseinandersetzung um die Rolle der Armen in der Theologie und die Definition der „Vorrangigen Option der/für die Armen“, sowie die Neubestimmung einer Befreiungstheologie im 21. Jahrhundert. Besonders Rieger setzt sich in seinen Beiträgen mit der Postmoderne auseinander und zeigt die Hinwendung zu den Marginalisierten als Königsweg dieser Zeit auf.

R.S. Sugirtharajah (2005), The Bible and Empire, New York.

Dieses Buch versucht dem Sprichwort nachzugehen, dass die Bibel und das Gewehr stets gleichzeitig in kolonisierte Länder gekommen sind. Anhand verschiedener Geschichten vermittelt Sugirtharajah einen Eindruck, wie die Bibel von Kolonialisten und Kolonisierten gelesen wurde und welchen Einfluss also das „empire“ auf die Bibel hatte und die Bibel auf das empire. Als Beispiel werden die europäische Leben-Jesu-Forschung und die Bücher von Rammohan Roy und Thomas Jefferson zum gleichen Thema verglichen; die Veränderung in der Bibelexegese britischer Pfarrer als Reaktion auf indische Aufstände um 1857 aber auch die Versuche von Missionaren die Bibel zum Schutz von Eingeborenen in Stellung zu bringen (u.a.) gebracht.

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